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Wehrheim, Jan
Die überwachte Stadt - Sicherheit, Segregation und Ausgrenzung
2. völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage
978-3-938094-47-1
Erscheinungsjahr: 12/2005
250 Seiten
Sprache: DE
28,00 €

Publikationstyp: Buch paperback
Kategorien:  Forschung


Presse:

Das Buch von Wehrheim beschreibt und analysiert unter Auswertung der aktuellen wissenschaftlich Literatur mit Schaubildern und unter Bezugnahme auf interessante Beispiele in den USA und England, wie Städte mehr und mehr überwacht, kontrolliert und durch eine Politik von Ausgrenzung und Privatisierung segregiert werden. Allen, die sich in ihrer Arbeit z.B. als Streetworker mit den sozialen Folgen dieser Entwicklung auseinandersetzen müssen, kann das Buch nur empfohlen werden.

socialnet.de April 2008 - Die vollständige Rezension finden Sie hier.

 

Im Buch werden Zusammenhänge zweier aktueller Entwicklungen in europäischen und nordamerikanischen Städten untersucht: zwischen Prozessen „sozialer Ausgrenzung“ einerseits und neueren Ausprägungen räumlich orientierter sozialer Kontrolle andererseits.

 

Mauern, Videoüberwachung und andere Inszenierungen von Sicherheit markieren neue Grenzen in europäischen und us-amerikanischen Städten. Armutsquartiere entstehen neben strahlenden Einkaufszentren, Business Improvement Districts und Quartieren der Wohlhabenden. Gated Communities sind das schnellst wachsende Segment auf dem amerikanischen Wohnungsmarkt. In ihnen wie in Shopping Malls oder Bahnhöfen wird das private Hausrecht der Eigentümer durch kommerzielle Sicherheitsdienste durchgesetzt. Ästhetik und Architektur öffentlicher Räume beeinflussen die Möglichkeiten ihrer Nutzung und wirken als soziale Filter. Die Verrechtlichung des Verhaltens in de jure privaten wie öffentlichen Räumen reglementiert zunehmend deren Nutzungsmöglichkeiten, beeinflusst ihre Zugänglichkeit und befördert dabei neue Kriminalisierungsprozesse von Personen und Handlungen.

Dabei scheinen zwei Entwicklungen komplementär zu verlaufen: die soziale - und räumliche - Polarisierung in Städten einerseits und die zunehmende Kontrolle konkreter Räume andererseits. Soziale und kulturelle Segregation werden sicherheitstechnisch überhöht. Es entstehen unterschiedliche, aber zeitlich und räumlich parallele Normativitäten.

In dem Maße, in dem die Schere zwischen arm und reich in den Städten sichtbar auseinander geht und sich Politik primär an ökonomischen Kategorien orientiert, in dem Maße steigen auch die Bestrebungen, neu entstehende, reale oder imaginäre, Grenzen zwischen den Räumen der Gewinner der Modernisierung und denen der Verlierer zu kontrollieren.

Das Buch verdeutlich anhand neuer Raumtypen das Zusammenspiel der Dimensionen raumbezogener Kontrolle – Technik, Recht, Organisation und Architektur und zeigt die Konsequenzen für die Stadtgesellschaften auf.

 

Aus dem Inhalt:

 

Un-Sicherheit und neue Ausprägungen sozialer Ungleichheit

Modernisierung und städtischer Wandel – Eine kurze Einführung in die Hintergründe

Von struktureller Ausgrenzung zu Strafe

 

Die Mechanismen des Überwachens und Ausschließens in den Städten

Recht und personelle Intervention im Raum

Technische Überwachung von Räumen

Architektur und Gestaltung von Raum

Das Zusammenspiel der Maßnahmen in neuen Raumtypen

 

Archipele der Sicherheit?

Shopping Malls

Orte des Transits

Business Improvement Districts

Parks & Plazas

Gated Communities

 

Ergebnisse und Fazit: Soziale Ausgrenzung und eine neue Struktur von Stadt

Zugang zu Raum und soziale Exklusion

Sicherheit und Stadt

 

Der Autor:

Dr. rer.pol. Jan Wehrheim, Dipl. Sozialwirt, Dipl. Entwicklungspolitologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kriminologische Sozialforschung der Universität Hamburg